Über unsere ehemalige Unterkunft, den "Steigerturm" - Freiwillige Feuerwehr Dortmund-Berghofen - Löschzug 13

Löschzug 13 der Feuerwehr Dortmund
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Über unsere ehemalige Unterkunft, den "Steigerturm"

Eine Hommage an unseren „Turm“
(von Joachim Gundlach)

(Teilweise Auszüge aus der Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Dortmund-Berghofen, niedergeschrieben von Rudolf Fischer und Joachim Gundlach)

Unser erstes Spritzenhaus wurde bereits Ende des 19. Jahrhunderts erbaut und stand an der Selzerstraße / Quarzweg in Berghofen. Der Steigeturm bestand aus Holz und war ein Geschenk des Freiherrn von Rheinbaben.
1913 verhan­delte der damalige Wehrführer Wilhelm Küster mit dem Landrat Dr. Luckhaus und dem Minister Gas­linde über den Bau eines neuen Gerä­tehauses mit Steige­turm. Noch im selben Jahr wurde mit dem Bau an der Alten Dorfstraße (heute Berghofer Schul­straße) begon­nen. Im Jahre 1914 wurde das neue Ge­rätehaus eingeweiht und ist bis heute dort erhalten.
Überlieferungen zufolge befand sich im heutigen hinteren Bereich der Fahrzeughalle sogar ein Gefängnis, da der Berghofer Dorfpolizist zu der Zeit noch nicht über ein Auto verfügte und die nächste Arrestzelle in Aplerbeck ziemlich weit weg war, wurden Straftäter erstmal im Feuerwehr Gerätehaus untergebracht. Später wurde hier ein Krämerladen eingerichtet. Im Laufe der Jahre wurde dieser Teil allerdings auch der bestehenden Fahrzeughalle angegliedert.

1973 veranstal­teten wir zum 80-jährigen Be­stehen, als erste Wehr in ganz Dortmund, einen "Tag der offenen Tür", der bei unseren Berghofer Mitbürgern sehr gut ankam und seither eine feste Ein­richtung gewor­den ist. In den Jahren wurde diese Veranstaltung an unserem Gerätehaus eine der bestbesuchten im Ort und die Berghofer identifizierten sich sehr stark mit „ihrer Freiwilligen Feuerwehr“. Lange vor dem Tag teilten uns die Berghofer Bürger schon mit, dass sie sich den Termin fest im Kalender eingetragen hatten. Sogar ein paar Gaststätten schlossen für die Dauer der Veranstaltung ihre Türen, weil ja doch kaum ein Gast kommen würde und die Wirtsleute dann doch lieber den Tag mit uns, an unserem Gerätehaus, verbringen wollten. Setzten wir mal ein Jahr mit unserem „Tag der offenen Tür“ aus, wurde das auch direkt durch die Bevölkerung „angemahnt“.
Im Jahre 1980 stand eine umfangreiche Renovierung unseres Gerätehauses an. Hierbei wurden unsere Wünsche be­rücksichtigt. Für die entstandenen Mehrkosten waren die Kameraden zur Eigen­leistung bereit. Die Kosten für den Umbau wur­den damals mit  270.000 DM veran­schlagt. Nachdem die Finanzie­rung gesichert war, wurden am 16.08.1981 die Arbeiten begonnen und konnten, ziemlich genau, ein Jahr später abgeschlossen wer­den. Hierbei haben die Kameraden ca. 5.000 Arbeitsstunden aufgewen­det, und dadurch über 160.000,- DM eingespart.



Die erbrachten Eigenleistungen hatten den Nebeneffekt, dass die ohnehin schon sehr gute Kameradschaft der Berghofer Wehrmänner noch einmal einen zusätzlichen Schub erhielt. Hatte man während der Bauphase doch einiges gemeinsam erlebt und die Kameraden identifizierten sich dadurch umso mehr mit ihrem liebevoll als „Turm“ bezeichneten Gerätehaus. Noch Jahre später erzählte man sich, in gemütlicher Runde, von den gemeinsamen Erlebnissen.
Das Gerätehaus war über die Jahre immer wieder beliebter Treffpunkt, nicht nur der Wehrleute. Da die Berghofer Wehr seit dem Umbau über einen großen Schulungsraum, und so über eine der größten Versammlungsmöglichkeiten (abgesehen von einigen Gaststätten) im Ort verfügte, wurden sogar einige Zusammenkünfte anderer Berghofer Vereine hier ausgetragen. Auch Veranstaltungen wie der Berghofer Adventsmarkt fanden immer wieder rund um unser Gerätehaus in der Berghofer Ortsmitte statt und nach dem Aufstellen des Maibaums verlagerte sich die Veranstaltung zum späteren Abend nicht selten in unseren „Turm“.
Durch neue Aufgaben der Berghofer Wehr platze das inzwischen 90 Jahre alte Gerätehaus aber langsam aus allen Nähten und es standen ohnehin umfangreiche und kostenintensive Renovierungsarbeiten an. So beschloss 2004 die Bauabteilung der Feuerwehr Dortmund, auf Anregung der damaligen Zugführung, ein neues Gerätehaus zu bauen. Noch im selben Jahr wurde in Berghofen mit der Suche nach einem geeigneten Grundstück begonnen. In den Unterlagen der Bauabteilung ist erwähnt, dass bereits in 1993 ein Grundstück an der Ehmsenstraße geprüft wurde, dies ist aber offensichtlich wieder verworfen worden.  
Im Jahr 2012 wurde endlich ein geeignetes Grundstück für unser neues Gerätehaus in der Straße „An der Goymark“, in der Nähe zum Kreuzungsbereich Berghoferstraße gefunden. Das Grundstück bietet ausreichend Platz um ein modernes Feuerwehrgerätehaus zu erbauen und ist so gelegen dass durch den Dienstbetrieb keine Anwohner durch z.B. Lärm belästigt werden. Außerdem liegt es zentraler im Ausrückbereich der Berghofer Wehr und ist durch die Kameraden gut zu erreichen.

2014 begannen die Baumaßnamen für unser neues Gerätehaus mit Rodungs- und Aufräumarbeiten.
Seit unserem Umzug 2015 in die neue Wache hat sich die Bürgerinitiative „Unsere Mitte Steigerturm e.V.“ (http://www.steigerturm.de) zur Aufgabe gemacht das alte Gerätehaus zu erhalten und in ein Begegnungszentrum für Alt und Jung in der Berghofer Ortsmitte umzuwandeln.
Auch wenn die Berghofer Wehrleute sich sehr über ihre großzügige & moderne Wache freuen, blicken jedoch einige mit Wehmut und mindestens einem weinenden Auge auf den alten „Turm“ zurück. Kann doch die neue Wache den Charme des alten Gerätehauses kaum ersetzen und prägte er doch lange Jahre das Leben in der Wehr und im Ort.
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